Wir sind jetzt in der Verantwortung

Real futurists have children.

(dt. Echte Zukunftsforscher haben Kinder.)

Dieses Zitat von Bruce Sterling twitterte Tim O’Reilly kurz nach der Geburt unserer Tochter vor drei Wochen. (Dieses Ereignis, also die Geburt, nicht das Zitat, erklärt die Funkstille auf diesen Seiten.)

Und tatsächlich: Auch wenn ich hoffe, das Jahr 2050 zu erleben, so war der Gedanke daran bislang immer merkwürdig abstrakt. Jetzt gibt es in meinem Leben einen sehr wichtigen Menschen, der im Jahr 2050 mitten im Leben steht und dessen Lebensglück davon abhängt, wie die Welt dann aussieht. Und wenn meine Tochter einmal Kinder haben sollte, so wird sie sie genau um dieses „abstrakte“ Datum beschützend durch deren Kindheit bringen. Und wenn ich daran denke, dass das dann ja meine eigenen Enkel wären, so erhält auch das Jahr 2100 plötzlich eine völlig neue Bedeutung …

Kurzum, was ich schon lange weiß, begreife ich nun: Wir sind jetzt in der Verantwortung.

Unsere Großelterngeneration hat es bei der Umweltverschmutzung nicht besser gewusst, die Ressourcen des Planeten schienen unendlich, Kolonialismus war „normal“. Sie haben das „Wachstum“ auf Kosten der Umwelt und des globalen Südens zwar nicht „unschuldig“ aber doch mehr oder weniger unbewusst vorangetrieben.

Unsere Elterngeneration hat das Spiel jedoch mit immer größerer Beschleunigung und ohne Rücksicht auf Verluste weiter getrieben. Und sie hätten es wissen können. Der „Club of Rome“ hat seinen ersten Bericht im Jahr 1972 veröffentlicht. Sie haben mindestens drei Jahrzehnte lang die Probleme einfach ignoriert oder klein geredet. Und wir Kinder in der westlichen Welt haben damit natürlich auch prächtig gelebt.

Wir haben uns von der Erde und unseren Kindern massiven Vorschuss geben lassen. Wir werden es zwar nicht schaffen, diese Schulden komplett zurück zu zahlen, bevor unsere Kinder auf dem Raumschiff Erde das Ruder übernehmen. Aber wir müssen alles tun, um sie so weit wie möglich zu begrenzen.

Wir müssen die neuen mächtigen Technologien, die wir in Zeiten des scheinbaren Überflusses entwickelt haben, jetzt dazu nutzen, neue Werkzeuge, neue Organisationsformen und ein neues globales Bewusstsein zu entwickeln. Dann haben die nachfolgenden Generationen vielleicht eine Chance, den Planeten in ökologischer wie gesellschaftlicher Sicht wieder in einen nachhaltig stabilen und für alle Menschen befriedigenden Zustand zu versetzen.

2 thoughts on “Wir sind jetzt in der Verantwortung

  1. Dong

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